Wem’s öffentlich nicht recht ist

Nun wissen wir es:  Man muss schon Intendant eines eher kleineren Rundfunks sein, um noch mit Neid auf die Gehaltszahlungen unserer Regierungschefin sehen zu können.

Gut, für alle neun Landesrundfunkanstalten wissen wir es noch nicht, da bspw. der Hessische Rundfunk das Gehalt seines Intendanten Dr. Helmut Reitze nicht veröffentlich, indem er auf den Datenschutz verweist. Dass das großer Unsinn ist, ist klar. Denn wer das öffentlich im Namen trägt, muss so viel Öffentlichkeit ertragen können, zumindest das Gehalt der Leitung offenzulegen. Und rechtlich, wenn nicht schon aus sittlichen Gründen, sollte auch darüber nachgedacht werden dürfen (was nur schwer möglich ist, wenn die entsprechenden Gehaltssummen im Verborgenen bleiben), wie es zusammenpasst, dass einerseits Freelancer ums Überleben bangen und andererseits Showgrößen und Programmverantwortliche (man denke an Jauch, Gottschalk und Schmidt) wie in einem Selbstbedienungsladen hohe Gehälter, bzw. Gagen einstreichen.

Wer von beiden den größeren Anteil zur Erfüllung des Auftrags der Öffentlich-Rechtlichen beiträgt, sei an dieser Stelle offen gelassen. Vorweg genommen sei nur, die Entscheidung dieser Frage an Quoten allein festzumachen, wäre sicher naiv. Gerade das ist ja der große Vorzug der gebührenfinanzierten Sender. Dass sie nämlich nicht daran gebunden sind, kurzfristig auf die Quote zu sehen.

Übrigens: Wenn jetzt gefolgert wird, die Kanzlerin sei unterbezahlt, wie es Michael Hanfeld in o.g. Artikel anstellt, dann verkennt das zum einen den symbolischen Charakter der Bezahlung einer Regierung und zum anderen die im Falle einer (merklichen) Erhöhung einsetzende Dynamik. Schließlich weckt das bei allen übrigen Amtsträgerinnen und -trägern, einfachen Abgeordneten usw. ebenfalls Begehrlichkeiten.

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